SCHWARZ-Außenwerbung
Außenwerbelexikon von A-Z
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G-Wert:
Der G-Wert gibt an, wie viele Passanten sich pro Stunde an einem Werktag an ein durchschnittlich aufmerksamkeitsstarkes Motiv erinnern können. Das "G" steht für die Gesamtheit aller relevanten Passantenarten und -ströme. Als Datengrundlage dienen Verkehrszählungen unterschiedlicher Passantengruppen unterteilt in Auto, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer. Weitere Datengrundlagen sind Erinnerer-Anteile, ergänzt um zahlreiche unterschiedliche Wahrnehmungsparameter, die über Wiedererkennungstests ermittelt und hergeleitet werden.

Faktoren hierfür sind: Winkel der Plakattafel zur Verkehrsachse, Entfernung zum Verkehrsstrom, Sichthindernisse, Ablenkung durch Blickfänge im Umfeld, Ablenkung durch weitere Plakatstellen, Ablenkung durch das Verkehrsgeschehen, Höhe der Plakattafel und Beleuchtungsverhältnisse.

Am Ende werden dann die Zusammenhänge zwischen den Wahrnehmungsparametern und der Erinnerungsleistung in Wirkungsfunktionen abgebildet. Der G-Wert ist die Summe der Passanten multipliziert um ihren Erinnerer-Anteil.
  
G-Wert 2:
Seit 2003 wird der G-Wert im Rahmen des Projektes "G-Wert 2" umgestellt. Im Vergleich zum bisherigen G-Wert arbeitet der neue G-Wert 2 mit einer erheblich verfeinerten Methodik bei der Ermittlung der Frequenzen. Zur Ermittlung der Passagefrequenz wurde in Zusammenarbeit des FAW mit der Fraunhofer-Gesellschaft und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ein "Frequenzatlas für Deutschland" erarbeitet, der zukünftig die Frequenzbasis des Systems darstellt und das Videoverfahren ablöst. Der Frequenzatlas basiert auf rund 150.000 standortbezogenen Frequenzzählungen nach einem standardisierten Verfahren der GfK. Er beschreibt die Frequenzverteilung für alle Großstädte Deutschlands in der Aufteilung nach Auto, ÖPNV und Fußgängerpassagen. Mit Hilfe des Frequenzatlasses können sogar einzelne Straßenabschnitte hinsichtlich der Dreiteilung der Verkehrsströme unterschieden werden - eine wichtige Neuerung, da im Out-of-Home-Medienbereich die exakten Kontaktdaten immer mehr an Gewichtung gewinnen.

Für alle Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern liegt inzwischen der Frequenzatlas vor. Mittelfristig sollen hier auch Orte ab 20.000 Einwohnern erfasst werden.

Auf den Frequenzatlas aufbauend hat Fraunhofer AIS ein statistisches Data Mining Modell entworfen, das weitere Informationen aus zusätzlichen Datenquellen heranzieht, Zusammenhänge aufdeckt und für die Gewinnung "harter Fakten" nutzbar macht. Externe Validierungen durch Verkehrsmessungen in Echtzeit und kommunale Frequenzpläne sichern die Ergebnisse ab.

Auf der Basis der Daten aus dem FAW-Frequenzatlas wird der G-Wert 2 als Standard-Leistungswert für das Medium Plakat berechnet und ausgewiesen. Dabei fließt neben den Frequenzzahlen eine Vielzahl von Sekundärdaten in die Bewertung ein, die für die Wahrnehmung der Plakatstandorte von Bedeutung sind. Dies sind zum Beispiel Geokoordinaten, infrastrukturelle Daten zum jeweiligen Umfeld des Standorts oder Informationen, auf die auch die heutigen Navigationssysteme zurückgreifen (Breite der Straße, Anzahl der Fahrspuren, zulässige Höchstgeschwindigkeit).

Der G-Wert ist im Bereich der Feinplanung eine der härtesten Mediawährungen - da sie tatsächlich erinnerte Kontakte und nicht Kontaktchancen als Grundlage hat. Er ermöglicht somit die Vergleichbarkeit von Plakatstellen.
  
Ganzbeklebung/Ganzbemalung:
Die Ganzbeklebung findet in der Verkehrsmittelwerbung ihren Einsatz. Hier wird das gesamte Fahrzeug bemalt oder überklebt.   
Ganzstelle:
Litfaßsäule, die nur von einem Werbungtreibenden belegt werden kann. Ganzstellen können einzeln selektiert oder im Netz gebucht werden.   
Gemeinschaftswerbung:
Wenn konkurrierende Unternehmen einer Branche gemeinsame Werbemaßnahmen für ihre Produkte oder Dienstleistungen durchführen (z. Bsp. die Erzeuger von Milchprodukten), spricht man von Gemeinschaftswerbung. Namentlich genannt werden die einzelnen Unternehmen hierbei nicht.   
GEOS:
Einzelstellenbewertungssystem, welches mit einer Notenskala von 1 bis 5 arbeitet. Merkmale dieser Bewertung sind u. a.: Anzahl der Tafeln am Standort; Anzahl der Verkehrsanlagen am Standort; Position der Tafel zur Blickrichtung; Art der Straße; Sichtbarkeit der Tafel; Struktur des Umfeldes.   
Gestütze Befragung:
Um Erinnerungswerte, sogenannte Recall-Werte, für Werbeträger zu ermitteln, werden die Passanten entweder gestützt oder ungestützt befragt. Bei einer gestützen Befragung (Recall) werden sie direkt vor Ort - also durch Vorlage des Originals - über ihre Erinnerung an den Werbeträger (Plakat-Media-Analyse) oder das Werbemittel (G-Wert) befragt. Die ungestützte Befragung stellt keinerlei Erinnerungshilfe bereit, der Befragte muss sich also ohne visuelle Hilfe an ein Plakat bzw. einen Standort erinnern.   
Gewichtung:
Rechenoperation, bei der einzelne Variablen in der Stichprobe entsprechend ihrer Ausprägung und Grundgesamtheit korrigiert werden, um eine möglichst optimale Repräsentativität zu gewährleisten.   
GfK/Gesellschaft für Konsumforschung:
Im Bereich der empirischen Marktforschung beschäftigt diese sich u. a. mit der Standortbewertung von Werbestandorten. Hierzu hat die GfK ein Modell entwickelt, mit dem sich der sogenannte G-Wert von Plakatstellen ermitteln lässt. Der G-Wert gibt für eine Plakatfläche die Anzahl der erinnerungswirksamen Werbemittelkontakte ab. Der G-Wert wurde zwischenzeitlich durch den PpS-Wert ersetzt.   
Großfläche:
Werbeträger für Plakate im 18/1-Bogen-Format (Bogenformat); Großflächen werden einzeln gebucht (Einzelbuchung) und in 4, 6, 8 oder 9 Plakatteilen produziert, die bei der Klebung zusammengesetzt werden.   
GRP:
Gross Rating Point, GRPs sind die Bezeichnung für den Werbedruck und dienen zum Vergleich verschiedener Mediastrategien; GRPs sind das Produkt aus der Reichweite in Prozent und der durchschnittlichen Kontakthäufigkeit (OTS = "opportunity to see") einer erreichten Person.   
GRPs/Gross Rating Points:
Diese geben in Prozent die Bruttoreichweite eines Werbeträgers an. Die GPRs erhält man, indem man die Netto-Reichweite in Prozent mit den Durchschnittskontakten (OTS/Opportunity to See) multipliziert. In der Mediaplanung sind die GRPs das Maß für die Beurteilung von Mediaplänen und den Werbedruck. Alternative Mediastrategien können mit Hilfe des GRPs miteinander verglichen werden.   
Grundgesamtheit:
Alle Haushalte oder Personen, aus denen eine Stichprobe gezogen wird und die durch diese Stichprobe repräsentiert werden, z. Bsp. die Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren.   
GTKC/gewichtete Tageskontaktchance:
Kennzahl, die die Anzahl der Kontakte pro Tag mit Abgewichtung unter Berücksichtigung des Sichtbarkeitskoeffizienten pro Verkehrsstrom bestimmt.